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„Pferde der Welt“ in der Fondation Bellelay im Jura, 20.-23. Mai 2004
Vom 20. – 23. Mai fanden zum dritten Mal Rasseschautage in der Stiftung Bellelay im Schweizer Jura statt. Erstmals unter der Leitung von Jean-Marie Guerdat, der einen gut organisierten, sympathischen und gelungenen Anlass geboten hat. „Jean-Marie Guerdat et son équipe ont fait mieux avec moins. Et le résultat a été tout simplement remarquable.” (L’impartial, 24. Mai)
Es sei vorweg genommen: Der PCI und seine kleine, dreiköpfige Showgruppe waren die VIPs der vier Rasseschautage. Bereits in den vorhergehenden Inseraten wurde der PCI als Ehrengast hervorgehoben, und als einzigem Rasseverband stand uns ein schönes, weisses Infozelt zur Verfügung, an zentraler Lage auf dem „Corso“ von Bellelay. Jean-Marie Guerdat und sein freundliches, effizientes Team waren für alle unsere Wünsche offen und sehr um unser Wohl besorgt. Selbst Hotelzimmer organisierten sie für uns noch abends um 22.00 Uhr, da das einzige Hotel im Ort zwischen Buchungstermin und Anreisetag in Konkurs gegangen ist. Die Pferde waren in einem grosszügigen Stallzelt untergebracht und beobachteten neugierig die anderen „Pferdegäste“ in den benachbarten Boxen. Toy-Horse, Shire Horse, Sorraia, Tennessee Walker, Achal Tekkiner, Quarter Horse, Paint, Freiberger, Tinker, Pottok, Maultier, Araber, Camargue/Lippizaner Hengst und in der Mehrzahl: 5 Paso Peruanos. Zwei davon, Etiquetta von Marlise Scheiwiller und Tamara (PF) von Robert Zürrer, waren zur Unterstützung des Show-Teams angereist und waren begehrte Probereitpferde für Besucher, die das „Pasogefühl“ erleben wollten. Robert und Marlise betreuten zudem den Stand und hatten viele Fragen zu beantworten in den vier Tagen. Am Auffahrtstag, dem strahlend sonnigen Donnerstagmorgen, wurden die Pferde erstmals fein gemacht und an der 11.00 Uhr- Vorführung vorgestellt. Noch waren nicht alle Rassen anwesend, einige kamen erst zum Wochenende hin. Es fanden drei Präsentationen täglich statt, wovon die Teilnehmer in der Regel zwei davon ritten. So wechselten sich die Programme immer ein wenig ab, einmal mit mehr, einmal mit weniger Pferden. Man darf den Anlass nicht mit einer Galashow verwechseln: Es war in der Tat lediglich eine Rassenpräsentation mit guten und auch weniger guten Choreographien. Positiv aufgefallen sind u.a. Vanessa Pelling (Western Champion, mit Spezialität Pirouetten) mit ihrem Freiberger in einer sehr harmonischen, qualitätsvollen Vorführung, und ein Highlight waren sicher die drei Paso-Peruanos im traditionellen Tack, die die Zuschauersympathien schnell errangen. Der Präsentator, Jean-Marie Guerdat selbst, war zudem von unserer Fröhlichkeit und unserem Lächeln beeindruckt, das er immer wieder positiv erwähnte. „Les cavaliers avec le sourir tellement charmant…“ Der PCI als Botschafter von Lebensfreude, Brío, Menschenfreundlichkeit und Toleranz – so wurden die Pferde und ihre Reiter/innen wahrgenommen – eine schönere Aufgabe kann man sich wohl nicht wünschen. Chamizo mit Arsène von Wyss, Zar Galante mit Huguette Zemp und Ultimo Amor mit Barbara Camenzind hatten zwei Showprogramme unter der Leitung von Carla Tschümperlin einstudiert, die auch für die Choreographie verantwortlich zeichnete. Mit zwei Auftritten pro Tag konnte somit etwas Abwechslung geboten werden, und was am Donnerstag sozusagen als Hauptprobe begann, sass am Sonntagmittag vor voller Zuschauertribüne dann richtig gut. Jedes Mal konnte ein wenig mehr Perfektion erreicht werden – ein wunderbarer Lehrgang für Reiter/innen und Pferde! Die fünf Pasos hielten richtig gut zusammen und entwickelten einen schönen Teamgeist über die Tage. Zwischen den Auftritten konnten sie zusammen die Juraweiden geniessen oder auf einen kleinen Rundritt gehen. Chamizo war ebenfalls oft gebucht für einen Proberitt, meist gleich ohne Sattel und am Halfter, und die Besucher staunten ob der Umgänglichkeit, Freundlichkeit und Weichheit der Paso Pferde.
Am Freitag schlug das Wetter um, und über Mittag schüttete es in Strömen. Das Wasser ergoss sich das Stallzelt hinunter, und das Team von Bellelay schaufelte drei Stunden lang Gräben und leitete das Wasser um. Es hat genützt: Am Nachmittag schon war der Stallgang wieder ganz trocken. Die Boxen wurden alle frisch und tief eingestreut und es war wieder gemütlich, wenn auch kalt. Der Freitag verzeichnete, wie zu erwarten, am wenigsten Gäste, am Samstag, ebenfalls bei bedecktem Himmel, zog der Besucherstrom wieder an und erreichte dann am Sonntag bei blauem Himmel den Höhepunkt. Dann waren die Tribünen voll, viel Volk versammelte sich am PCI-Stand, bewunderte das Tack, stellte Fragen, wollte einen Proberitt machen. Der PCI bedauerte einzig, dass keine Paso-Fino Besitzer/innen zur Teilnahme an den Rassetagen bewegt werden konnten. Es wäre schön gewesen, beide Rassen zu präsentieren.
Für das Wochenende reisten dann auch noch weitere Pferde für die Show an, so z.B. zwei schöne PRE Hengste, ein Schwarzwälder-Sechsspänner mit Brauereiwagen und ein 14-Spänner mit Eseli. Jeweils zum Finale versammelten sich alle Pferde in der grossen Reithalle, und statt mit einer „Copa de Champán“ töltete man die Ehrenrunde mit einem Glas Bier in der Hand. Na ja, dürfte noch ein wenig exakter sein…
Diese Rasseschautage trugen im Grossen und Ganzen eher familiären Charakter und werden in Zukunft sicher vermehrter Publicity bedürfen. Es war jedoch ein sehr sympathischer, freundlicher Anlass an einem tollen Ort mit vorzüglicher Infrastruktur (Waschboxen, Freilaufställe, Cafeteria, saubere, schöne Toiletten, Verkaufsladen mit regionalen Spezialitäten), und der PCI plant und freut sich, diesen idealen Ort in Zukunft vermehrt für eigene Aktivitäten nutzen zu können, so im kommenden Juli für einen Reitkurs mit Laurence Bouteiller für unsere Mitglieder der Westschweiz und im September für den PCI-Hauptanlass. Von Luzern, Bern und Basel her ist Bellelay in ca. 1 ¼ Std. über Biel/Tavannesleicht erreichbar, von Zürich her in 2 Std. 10 Min.
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