Liebe Clubmitglieder
Der Rücklauf des Fragebogens, welchen wir der letzten Gazette beigelegt hatten, war nicht gerade überwältigend. Die Antworten, die wir erhielten, haben uns aber gezeigt, dass der Vorstand mit der Gestaltung des Vereinsprogrammes eigentlich auf gutem Wege ist. Ihr findet in dieser Gazette wiederum eine grosse Auswahl an Veranstaltungen, welche die verschiedensten Interessen abdecken. Besonders erfreulich ist, dass wir im Rahmen des Hestar-Hof Jubiläums auch dieses Jahr ein PCI-Turnier durchführen können, und wir hoffen natürlich auf eine ganz rege Beteiligung. Für Unentschlossene bietet der PCI auch noch gleich einen Turniervorbereitungskurs an. In einer Fülle von weiteren Kursen habt ihr Gelegenheit, eure praktischen und theoretischen Reit- und Pferdekenntnisse zu erweitern.
Die Diskussion über die verschiedenen Variationen der Gangarten vom Pass über den Tölt bis zum Trab ist naturgemäss in der Gangpferdereiterei ein Dauerthema. Dabei fällt aber auf, dass wir besonders hier in Europa mit Vorliebe die kleinsten Abweichungen in den Gangarten technisch analysieren, um uns dann unendlichen Diskussionen über die Vor- und Nachteile und die Auswirkungen für die Zuchtwahl usw. hinzugeben. Wenn ich dann aber in der vorliegenden Gazette im Artikel über den Trocha folgendes lese:“…früher wurde kein Aufhebens darum gemacht, ob das Pferd trocha, trote oder fino läuft. Das Pferd war in erster Linie Arbeitstier und wurde wegen seinem bequemen Gang und seiner Ausstrahlung geschätzt.“, frage ich mich, ob wir nicht manchmal Gefahr laufen, aufgrund einer Fixierung auf einzelne Details den Blick für das Pferd als Gesamtbild, als eine Mischung von verschiedensten Eigenschaften, etwas zu trüben. Dass Zuchtorganisationen sich im Hinblick auf ein Zuchtziel mit einzelnen Merkmalen auseinandersetzen müssen, ist unbestritten. Allerdings ist auch in der Zucht die Gefahr akut, gewisse Merkmale zu stark zu gewichten ohne sich genügend bewusst zu sein, welche anderen Merkmale dadurch allenfalls negativ beeinflusst werden. Man darf gespannt sein, was die in Peru offenbar vorgesehene Neuausrichtung der Selektionskriterien bringen wird.
Ich wünsche allen eine gute „Paso-Saison“. Ganz gleich, ob ihr an Turnieren oder Kursen teilnehmt oder euch an schönen Ausritten im Gelände erfreut: habt viel Spass und eine schöne Zeit mit Euren Pferden.
Robert Zürrer
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